9. August 2026

Am 5. September öffnen an fünf Orten in Düsseldorf mobile Fotostudios. Alle, die in der Stadt leben, sind eingeladen, sich fotografieren zu lassen. Kein Casting, keine Inszenierung, keine Vorgaben. Das Ergebnis ist ein limitierter Bildband, der kurz nach dem Event erscheint. Frank Walber, ehemaliger Herausgeber des Düsseldorfer Familienmagazins Libelle und Initiator von stadtbild#26, erklärt, wie die Idee entstand, was das Projekt von anderen Fotoprojekten unterscheidet und warum ausgerechnet der Zögernde das spannendste Foto liefert.

Sie kommen aus dem Verlagswesen, nicht aus der Fotografie. Wie kommt ein ehemaliger Magazin-Herausgeber dazu, ein Fotoprojekt dieser Größenordnung zu starten?

Schon während meiner Zeit als Herausgeber der Libelle habe ich immer wieder neue Projekte entwickelt, dabei ist auch die Idee zu stadtbild#26 entstanden. Mich interessieren Menschen. Ich möchte wissen, wer sie sind, und ich möchte ihnen einen Raum geben, sich zu zeigen, so wie sie sind. Und wenn man eh schon im Verlagswesen arbeitet, liegt es nahe, diesen Raum als Bildband zu gestalten.

Düsseldorf hat schon viele Fotoprojekte gesehen. Was macht stadtbild#26 anders?

Düsseldorf ist nicht nur eine Stadt, die große Fotoprojekte gesehen hat, sie ist eine Fotostadt. Mit hervorragenden Fotokünstlern, grandiosen Ausstellungen, hier entsteht das Deutschen Fotoinstitut. Und bald hat es mit stadtbild#26 auch das erste kollektive Stadtporträt. Was es anders macht? Wir zeigen die Stadt mit ihren Menschen so, wie sie ist und wie sie sich selbst sieht. Nicht wir als Initiatoren kuratieren den Bildband – die Menschen der Stadt tun es selbst. Indem sie entscheiden, ob sie mitmachen. Und indem sie entscheiden, wie sie sich zeigen.

Sie sagen, jeder kann mitmachen — keine Auswahl, keine Inszenierung. Aber irgendjemand entscheidet doch, was am Ende im Buch steht. Wo hört die Nicht-Kuratierung auf?

Wir laden die Menschen ein, sich anzumelden und sich so zu zeigen, wie sie sich selbst sehen, oder wie sie gesehen werden möchten. Wir werden nicht kuratieren, niemanden auswählen und schon gar niemandem verbieten, im Bildband mitzumachen. Ja, wir werden uns hinsetzen und überlegen, wie wir die Bilder im Buch zusammensetzen. Aber dabei fällt niemand raus. Im Gegenteil, wir versuchen, jedem seinen besonderen Platz zu geben.

Was antworten Sie jemandem, der sagt: ich bin doch nichts Besonderes — warum sollte ausgerechnet mein Gesicht in einem Buch stehen?

Genau das macht dich besonders. Dass du darüber nachdenkst. Dich als Menschen möchte ich sehen, ich möchte wissen, wie du dich mit dieser Frage im Kopf vor die Kamera stellst, und was die Kamera daraus macht. Das werden die spannendsten Fotos im ganzen Buch.

Und warum sollte jemand, der selbst nicht im Buch steht, es trotzdem kaufen wollen?

Warum kauft jemand einen Bildband mit fotografierten Häusern? Weil er schön anzusehen ist. Aber erzählt er Geschichten? Wenn wir einen Bildband mit 300 Menschen herausgeben, dann haben wir 300 Geschichten herausgegeben. Wer sich im Buchladen einen Roman kauft, bekommt eine einzige Geschichte. Wir bieten dreihundert.

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